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Wanderungen in den Vogesen um den Col de la Schlucht

04.06. - 07.06.2026

09.10.2026

Vier Tage mit wunderschönen und anspruchsvollen Wanderungen in einer geschichtsträchtigen Region. 

04.06.26: Ab 8:00 Uhr treffen nacheinander zwölf Teilnehmende unserer Vogesentour am Hbf Karlsruhe ein, um pünktlich um 8:30 Uhr mit zwei Fahrzeugen nach Londenbach im Munstertal abzufahren. Dort angekommen, geht es auf die etwa 13 km lange Tour mit ca. 600 hm, die nach kurzer Einkehr in der Auberge Glasborn zum Lingekopf fortgeführt wird, einem geschichtsträchtigen Ort des 1. Weltkriegs. Das ehemalige Schlachtfeld ist erkenntlich durch Stellungen und Gräben sowie durch die mit Kreuzen markierten Fundstellen getöteter Soldaten. Das Terrain liegt noch weitgehend im Zustand des Kriegsendes vor, als authentisches Zeugnis grausamer Kriegshandlungen, die sich hier in Gefechten vom 20.07. bis 16.10.1915 abspielten – jene waren letztlich erfolglos, jedoch mit hohen Verlusten, sowohl auf deutscher als auch französischer Seite verbunden. Diesen mit informativen Text- und Bildtafeln beschilderten Ort durchgehen wir in individuellem Tempo.

Danach wandern wir weiter zum Deutschen Soldatenfriedhof Hohrod, den wir in Gedanken an das erbarmungslose Kriegsgeschehen kurz besichtigen, um dann am Schratzmaennele und am Barrenkopf vorbeizukommen, mit weiteren gut erhaltenen Stellungen und Gräben der deutschen Seite in diesem Krieg.

Kaum vorstellbar im heutigen Frühlingsgrün, welche Todeskämpfe hier ausgetragen wurden. Eine frische Brise und wenig einladendes Wetter begleiten uns auf unserem weiteren Weg, der uns wieder zurück zum Startpunkt Londenbach bringt, von wo wir zur Auberge du Schantzwasen fahren. Dort verbleibt uns Zeit zur Einstimmung auf ein köstliches Abendessen in behaglichem Ambiente.

05.06.26: Nach ausgiebigem Frühstück brechen wir mit einem Gefühl von prickelnder Champagner-Luft in südliche Richtung auf, um uns kurz danach leichtem Nieselregen anzupassen. Dennoch genießen wir auf dem Weg Richtung Col de la Schlucht wundervolle Ausblicke, z.B. vom Hirschsteinfelsen, gepaart mit kürzeren seilversicherten Stellen.

Inzwischen wieder regenfrei, führt uns der Weg über den Spitzenfels und dann über den Pass Col de la Schlucht auf die gegenüberliegende Bergseite. Dort beginnt der Sentier des Roches mit teilweise spektakulären Blicken. Die seilversicherten Kraxel-Stellen nehmen zu, teils direkt an der Felswand entlang, teilweise auch mit kurzen An- oder Abstiegen. 

Nach etwa einer Stunde lassen wir den schwierig zu gehenden Teil hinter uns und wandern zunächst zur Marcairie du Frankenthal, zuvor mit Blick auf die Martinswand, um dann stetig ansteigend und vorbei am Petit Hohneck den Gipfel des Hohneck mit viel besuchter Hütte zu erreichen. Hier oben erfreuen wir uns in windiger Frische weiten 360-Grad-Blicken, sind jedoch nicht alleine, trotz Kälte.

Der Rückweg führt uns über zunächst baumfreien Kamm bis oberhalb der Martinswand, um dann durch Wald wieder den Col de la Schlucht zu erreichen. Danach geht es oberhalb des am Morgen durchwanderten Hirschsteinsteigs mit wunderbaren Ausblicken und unter wärmendem Sonnenschein durch magere Strauch- und Baumbestände, die den harten klimatischen Bedingungen der Vogesen trotzen. Nach etwa 21 km und ca. 1000 hm freuen wir uns wieder auf das Abendmenü in der Auberge du Schantzwasen.

06.06.26: Start nach kräftigendem Frühstück bei sich andeutender Sonne von der Auberge du Schantzwasen zur nördlich gelegenen Vierseentour. 

Zuerst geht es hinauf auf das baumfreie Felsmassiv Le Tanet, dann leicht nordöstlich über den Kamm, zuerst durch Wald, um dann wieder freies Gelände mit weiten Blicken zu erreichen, schließlich mit Sicht nach Osten herunter zum Lac du Forlet. 

Gelände mit weiten Blicken zu erreichen, schließlich mit Sicht nach Osten herunter zum Lac du Forlet. Wir laufen weiter auf der Höhe, bis der Lac Blanc uns plötzlich zu Füssen liegt und unsere Blicke während sonniger Rast auf sich zieht. Anschließend nehmen wir den zuerst moderaten Weg an der Südseite des Lac Blanc hinab bis kurz vor dem Rocher Hans, auf den wir kurz von oben blicken, um dann eine schwierigere und teilweise seilversicherte Passage anzugehen. 

Unten angekommen, wandern wir zum Lac Noir, machen dort eine Rast, und setzen den Weg über den Lac du Forlet und den Lac Vert sowie vorbei an der Ferme Auberge Seestaedle fort, um nach etwa 19 km und ca. 850 hm wieder in der einladenden Auberge du Schantzwasen anzukommen. Bis zum Abendmahl tanken wir die wärmende Abendsonne.

07.06.26: Nach letztem Frühstück in der Auberge du Schantzwasen fahren wir zum Restaurant Le Pied du Hohneck und wandern bei sonnigem Wetter eine kürzere Tour von etwa 13 km und ca. 670 hm mit zunächst knappem Anstieg auf den Hohneck.

Von dort geht es dann über die Auberge Le Schallern und die Auberge Schiessroth hinab zum Lac de Schiessrothried, der in einem Talkessel gelegen zur Rast einlädt. Danach nehmen wir den technischen Höhepunkt des Wanderaufenthalts in Angriff: die Querung eines Blockfeldes mit anschließend teilweise seilversicherten Pfaden bis zur Auberge Kastelberg. Wir befinden uns auf einem T3-Weg mit alpinem Charakter, auf dem uns nur vereinzelt ambitionierte Wanderer begegnen. 

Nach der verdienten Rast in der Auberge Kastelberg geht es den verbleibenden Weg mit wunderbaren Ausblicken zurück zum Ausgangspunkt, um dann wieder nach Karlsruhe zu fahren.

Die von uns durchwanderten Pfade mit ihren unterschiedlichen Perspektiven auf die urtümliche Vogesenlandschaft, ergänzt um historische Gegebenheiten des 1. Weltkriegs, sind eine Bereicherung für uns alle. Wir bedanken uns bei unseren Wanderleitenden, Eckhard und Na, für die intensive Vorbereitung und aufmerksame Durchführung dieser uns tief beeindruckenden und beglückenden Tage!

Text von U. Langenbrunner