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Igluausfahrt

Der Alpingruppe

13.02.2026

Ein dreitägiger Ausflug, aber nur eine Nacht in der Hütte gebucht? Möglich, wenn man weiß, wie man Iglus baut! Und kein Problem für die Karlsruher Alpingruppe, diesmal bestehend aus ganzen 15 Personen, die das Wochenende vom 13. auf den 15. Februar 2026 ihrem Namen gemäß in den winterlichen Alpen zubrachte.

Schüler- und arbeitnehmergerecht ging es am Freitagabend von der Kletterhalle aus los in Richtung Süden, im Gepäck das Equipment für zwei Tage am Berg und im Schnee. Bei einem Zwischenstopp in Freiburg wurden die Vesperdosen mit gutem Nudelsalat gefüllt, extra zubereitet von den aus Karlsruhe ausgewanderten JDAVlern, und die Gruppe wurde auf die volle Stärke gebracht. Einige Stunden später kamen wir am späten Abend an der Staldenmaadhütte im Schweizer Diemtigtal an, nicht einfach zu erreichen wegen des vereisten Parkplatzes. Wir hatten die Hütte ganz für uns allein und konnten uns entsprechend ausbreiten, wenn auch nur für eine kurze Nacht. Denn schon am nächsten Morgen um 5:47 Uhr erklang der Weckruf und wir verließen nach effizientem Frühstück im Morgengrauen das Haus, um die nächsten zwei Tage keines mehr zu betreten.

Mit den Autos fuhren wir noch ein paar Kilometer ins Tal hinein, am Ende der Straße wurde dann „explodiert“ und wir machten uns fertig für die anstehende Skitour – für einige war es die erste überhaupt. Um den moralischen Verpflichtungen gerecht zu werden, die der heutige Valentinstag uns auferlegte, hatten alle ihre Ausrüstung um eine Rose ergänzt, welche in vielen Akten gelebter Nächstenliebe an fremde Mitmenschen am Berg oder am Parkplatz überreicht wurde. Etwa zwei Stunden Aufstieg mussten bezwungen werden, bis das Iglugebiet erreicht war. Trotz der kühlen Temperaturen und des einsetzenden Schneefalls war uns oben angekommen ziemlich warm und eine Vesperpause ganz wichtig.

Dann an die Arbeit. Für uns 15 sollten etwa acht Zweier-Iglus gebaut werden, dazu braucht es Erfahrung, Kraft, Disziplin, Baukunst und gute Zusammenarbeit. Brachten wir alles mit und so nahmen die ersten Schneehäuser schnell Gestalt an. Aus mehreren Steinbrüchen sägten wir die Blöcke, andere setzten sie passgenau aufeinander, bis ein Schlussstein oben auf den zusammenlaufenden Mauern das jeweilige Bauwerk vollendete. Durch einen von außen gegrabenen Tunnel konnte sich die im Inneren gefangene Person dann befreien. 

Rechtzeitig vor der Dämmerung war unser Igludorf komplett und jeder und jede hatte sich ein Abendessen verdient. Zwei der Steinbrüche bekamen eine neue Funktion als Küche und Esszimmer, wo wir uns mit einer Feuerwehrsuppe innerlich wärmen und wieder etwas aufladen konnten. 

Die Nacht im Iglu ist lang und frisch, aber auch etwas ganz Besonderes. Wann sonst profitiert man so unmittelbar von seiner eigenen Arbeit wie hier? Das Eis glitzert von innen im Schein eines Teelichts, das der Romantik und Wärme halber in jedem Iglu entfacht wurde. Als komplex erweisen sich dagegen nächtliche Toilettengänge und auch das Aufstehen am Morgen ist mit gewissen Hürden verbunden, etwa dem Anziehen der steif gewordenen Skistiefel. 

Dafür belohnte uns der nächste Tag mit strahlendem Sonnenschein. Ein paar Tapfere brachen schon früh morgens zu einer Gipfel-Skitour auf, während die anderen den Tag ruhiger angehen ließen. Im Ambiente unseres Dorfes frühstückten wir ausgedehnt und wurden erst gegen Mittag sportlich aktiv. Während ein Teil der Gruppe in Reichweite der Iglus Schanzen baute und befuhr, unternahm ein anderer Teil noch eine kleine Skitour in die schönen Powderhänge der Umgebung inklusive Abfahrt. 

Wenig später überließen wir das Dorf sich selbst, fuhren hinab in die Zivilisation und verließen die Schweiz alsbald wieder in Richtung des verregneten Baden-Württembergs. Alle waren sich einig, dass das Wochenende ein voller Erfolg war. Wenn auch anstrengend, wenn auch manchmal nass und kalt, so war es doch ein einmaliges Wintererlebnis mit der besten Alpingruppe, die man sich nur wünschen kann.