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Einsteigerkurs Eisklettern

Im Pitztal im Januar

20.03.2026

Aufgrund der hohen Nachfrage gab es dieses Jahr zwei Einsteigerkurse. So ging es - jeweils mit sechs TeilnehmerInnen - vom 16. bis 18. Januar und 30. Januar bis 1. Februar in die Eiswelt. Nachfolgend findet ihr den Bericht zum ersten Kurs, ergänzt durch Bilder aus beiden Kursen.

Freitagmorgen, 6 Uhr, Treffpunkt am DAV-Zentrum. Noch im Halbschlaf verluden wir unser Material in den Stadtmobil 9-Sitzer und staunten einmal mehr über die Kapazität des Kofferraums. Zusammen mit drei weiteren DAV-Leuten, die unseren Bus als Mitfahrgelegenheit nutzten, machten wir uns auf den Weg ins Pitztal. Dort trafen schließlich alle drei Trainer (Domen, Alex und Marius) und die sechs Teilnehmenden zusammen – ein Betreuungsverhältnis, das man getrost als optimal bezeichnen konnte.

An der Taschachschlucht angekommen, wurden Seile und Eisgeräte verteilt und es ging direkt mit Steigeisen, Gurt und Helm ausgerüstet in die Schlucht. Der künstliche Eispark sollte unser Spielplatz für die nächsten drei Tage sein. Wir begannen mit Übungen zur Fußtechnik mit Steigeisen und zum Umgang mit den Eisgeräten in leichten Traversen. Teile des Trainerteams nutzten die Zeit, um Toprope-Routen einzurichten. So konnten wir nach den getrennten Bewegungsmustern die Kombination in den ersten Routen im steileren Eis üben. Außerdem wurden die Brüchigkeit des Eises und der Kontakt zu herunterfallenden Eisbrocken getestet. Ein kleiner Kratzer und blaue Flecken waren aber zum Glück das Einzige, was das Eis von uns forderte. Der erste Kurstag endete bei Pizza, und abends fielen alle müde in die mehr oder weniger breiten Betten der Pension in Piösmes.

Der Samstag begann mit der Frage, ob es zu kalt war, wenn der Zeh am nächsten Tag immer noch kribbelt. Im Eispark hingegen stand neben weiterem Klettern auch Theorie auf dem Programm. Die Grundlagen zum Setzen von Eisschrauben wurden erklärt, bevor alle Teilnehmenden selbst die eine oder andere Schraube versenkten. Dabei zeigte sich deutlich, dass Eis nicht gleich Eis ist. Zusätzlich wurden Eissanduhren gebohrt und gefädelt. Erstaunlich war, wie viel mutwillige Zerstörung es brauchte, bis die Sanduhr nicht mehr als Sicherung geeignet war. Daneben wurden Raupentechnik und Diagonaltechnik besprochen und langsam, aber sicher an der Wand umgesetzt. Zwischendurch durften wir außerdem erste Mixed-Routen ausprobieren, eine spannende Abwechslung, die bei manchen sofort Lust auf mehr weckte. Natürlich blieb reichlich Zeit zum Klettern, Ausprobieren und Verfeinern der erlernten Inhalte. Abends gab es gutbürgerliches Essen, und beim Nachtisch zu unschlagbaren Preisen stellte sich eigentlich nur noch die Frage: Germknödel, Palatschinken – oder vielleicht doch beides?

Während beim Frühstück am Sonntag noch über verschiedene Teesorten diskutiert wurde, begann der letzte Kursteil entspannt mit Warmklettern im Toprope. Danach ging es ans Vorsteigen, zunächst an bereits gesetzten Sicherungen, später auch mit selbst platzierten Eisschrauben. Bis zum Nachmittag konnten so noch einige Routen geklettert und das Gelernte gefestigt werden.

Zufrieden und um viele Erfahrungen reicher machten wir uns anschließend auf den Heimweg. Alles in allem war es ein rundum gelungenes Wochenende bei bestem Wetter mit viel Kletterzeit, einer motivierten Gruppe und hervorragender Betreuung.

Autorin: Marina

Bilder: Kursteilnehmer:innen