© DAV Karlsruhe

Alpiner Basiskurs

Auf der Rappenseehütte

27.06.2025

Schon beim Vortreffen im Sektionszentrum ging es gleich praktisch zur Sache: Verschiedenste Knoten wurden geübt – mit langen und kurzen, dicken und dünnen Seilen, die unsere KursleiterInnen Jürgen und Uli mitgebracht hatten.

Am 27. Juni war es dann soweit: Mit der Bahn machten wir uns auf den Weg nach Oberstdorf und nutzten die Fahrt direkt für die ersten Theorieeinheiten zur Wetterkunde.
Der schweißtreibende Aufstieg führte uns über die Petersalpe und die Enzianhütte zur Rappenseehütte, unserem Stützpunkt für das Wochenende. Nach dem Einchecken blieben die Bergschuhe nicht lange stehen: Wir übten Trittsicherheit und machten die ersten Übungen am Fels.
Und auch am Abend ging das Programm weiter. Die Tour für den kommenden Tag musste schließlich geplant werden – mit detailliertem Kartenmaterial und vielen hilfreichen Tipps unserer KursleiterInnen.

Am nächsten Morgen starteten wir mit Karte und Kompass. Ziel bestimmen, Gelände einschätzen, Wetter beobachten – und dann ging es los. Unterwegs durfte jede und jeder von uns die Führung übernehmen und testen, wie gut das Gelernte in der Praxis funktioniert. Der Aufstieg hatte es in sich: Bei der Querung eines Schneefelds wurde eine zusätzliche Übungseinheit eingeschoben. Wir lernten, wie man sich im Schnee sicher nach oben, unten und seitwärts bewegt. Später folgte eine steile Fels- und Schuttpassage, in der wir unser frisch erworbenes Wissen zur Trittsicherheit direkt anwenden konnten. Schließlich kamen auch noch die Klettersteigsets zum Einsatz – auf dem steilen Weg zum Biberkopf.

Bei bestem Bergwetter erreichten wir den zehnt höchsten Gipfel der Allgäuer Alpen und zugleich den südlichsten Berg Deutschlands (2.599 m). Laut Rother (7. Auflage, 1999) „ein besonders liebenswürdiger Gipfel, der einen interessanten Aufstieg schenkt“ – dem können wir definitiv zustimmen. Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch ging es über den gleichen Weg zurück. Auch die Kletterseile kamen nun noch zum Einsatz. Am Abend war noch Zeit für eine Einheit zu Erster Hilfe und Orientierung mit Kompass.

Der Sonntag begann mit weiteren Praxisübungen im Gelände. Unsere neu erlernten Knoten – mit ihren fancy Namen wie Prusik, Mastwurf, Sackstich u.ä.m. – wurden gefordert. Den Abstieg bewältigten wir im Schweinsgalopp und hatten sogar noch Zeit für eine letzte Einkehr in der Alpe direkt an der Haltestelle – ein perfekter Abschluss mit Eis und anderen Leckereien, bevor es mit Bus und Bahn nach Hause ging.

Kaum zu glauben, wie viel Wissen sich in drei Tagen sammeln lässt. Und obendrein bekamen wir das Gelernte noch einmal als Handout mit auf den Weg. Ein großes Dankeschön an unsere beiden mega kompetenten, geduldigen und engagierten KursleiterInnen.